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Trasse
Hochwasser-
schutzdamm

Potentiale heben und Natur schonen

Blick auf die Trasse beim Hochwasserschutzdamm von oben. Auf der Trasse fährt eine TramTrain. Daneben sieht man eine Baumreihe und Felder.

ILF

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Der Hochwasserschutzdamm bleibt ein Ort der Erholung und Natur. Dank professioneller und umsichtiger Planung wird der wertvolle Lebensraum für Flora und Fauna geschont. Mit der Dammverbreiterung Richtung Donau wird zudem der Hochwasserschutz verstärkt. Der besonders bei Spaziergängern beliebte Dammkronenweg bleibt erhalten und wird durch eine Hecke von der Trasse getrennt.

Getrennte Geh- und Radwege, Beleuchtung, neue Grünflächen und durchdachte Aufenthaltsbereiche schaffen künftig noch mehr Lebensqualität. Eine Unterführung ermöglicht die sichere Querung der Bahntrasse. 

Durch die Neugestaltung der Wegebeziehungen mit Ersatzpflanzungen und neu angelegten Grünflächen wird der Damm als Erholungsgebiet noch attraktiver. Neuer Platz für Aufenthalts-, Spiel- und Begegnungsbereiche sorgen für eine noch bessere Aufenthaltsqualität und bieten Möglichkeiten für zahlreiche Freizeit-Aktivitäten.

Trassenführung im sensiblen Bereich des
Hoch­wasser­schutz­damms

Die künftige Trasse der Regional-Stadtbahn Linz fügt sich sanft ins Stadtbild ein, eröffnet attraktiven Erholungsraum für alle Linzerinnen und Linzer und schont die natürlichen Lebensräume der Stadt.

Aufwändige Trassenprüfung:
Potentiale heben und Natur schonen

Der Hochwasserschutzdamm ist für viele Linzerinnen und Linzer nicht nur ein wichtiger Ort der Erholung und der Freizeitgestaltung, sondern prägt auch das Stadtbild in Linz Urfahr. Darüber hinaus ist dieser Bereich gemeinsam mit dem Diesenleitenbach ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Flora und Fauna. 

 

Vor diesem Hintergrund wurden mehrere Varianten der Trassenführung entlang des Hochwasserschutzdamms untersucht und unter den Aspekten der technischen Umsetzbarkeit, der Umweltkriterien und der Kosten seitens der Projektplanung geprüft. Nach umfangreichen Untersuchungen und engen Abstimmungen mit den Dienststellen der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich sowie den politischen Entscheidungsträgern wurde die Trassen-Variante „Dammverbreiterung Richtung Donau“ als beste Lösung für die geplante Trassierung der Regional-Stadtbahn Linz ausgewählt. 

 

Diese Trassenvariante bietet viele Vorteile gegenüber den anderen Optionen, wie der Parallelführung der Regional-Stadtbahn Linz mit der A7 oder der Dammverbreiterung in Richtung Urfahraner Sammelgerinne (Diesenleitenbach). Die Dammverbreiterung Richtung Donau ist nicht nur die kostengünstigste, sondern auch die beste Lösung im Hinblick auf Natur- und Umweltschutz. Da kein Neubau des unter dem Damm befindlichen Schmutzwassersammelkanals erforderlich ist, wird die Bauphase verkürzt und die Kosten werden erheblich reduziert. 

Varianten des Trassenverlaufs (blau: Variante 3; gelb: Variante 1; grün: Variante 2)

  • Genehmigungsrisiko im Bereich Grundwasser
  • teuerste Variante
  • generell in fast allen Kriterien den anderen Varianten unterlegen

→ Ausschluss Variante 3

 

  • Varianten 1 und 2 schneiden ähnlich ab, aber:
  • Variante 1 hat Defizite beim Hochwasserschutz, ist teurer und hat eine längere Bauzeit

→ Ausschluss Variante 1

 

  • aus Naturschutzsicht die beste Variante
  • Hochwasserschutz: Inspektion des Dammes günstig
  • kaum/keine Auswirkungen auf das Sammelgerinne
  • niedrigste Errichtungskosten

→ wird umgesetzt

Die vorliegende Trassenführung der Regional-Stadtbahn Linz über den Hochwasserschutzdamm ist das Ergebnis einer eingehenden Trassenstudie im Rahmen von früheren Planungsphasen (dabei wurden u.a. alternative Korridore in Urfahr, z.B. parallel zur bestehenden Straßenbahn verworfen). Die Korridorempfehlung aus dieser Untersuchung wurde im Verkehrsausschuss der Stadt Linz am 05.04.2018 vorgestellt und diskutiert. Am 17.04.2019 wurde die Empfehlung zur Trassenführung entlang des Hochwasserschutzdamms einstimmig im Gemeinderat der Stadt Linz beschlossen. 

 

Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der Planungen zum Vorprojekt der Regional-Stadtbahn zwischen 2022 und 2025 mehrere Varianten der Trassenführung entlang des Hochwasserschutzdamms untersucht und unter den Aspekten der technischen Umsetzbarkeit, der Umweltkriterien und der Kosten geprüft.

Die Erarbeitung und Bewertung der Varianten erfolgte vom Planungsteam entsprechend dem aktuellen Stand der Technik, der u.a. über die Richtlinien RVS 02.01.22 (Nutzen-Kosten-Untersuchungen im Verkehrswesen) sowie RVS 04.01.11 (Umweltuntersuchung) repräsentiert wird. 

 

Das heißt, alle geprüften Varianten wurden im Rahmen eines umfassenden Bewertungsverfahrens hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Menschen, Natur und Landschaft systematisch untersucht und miteinander verglichen. Ein zentrales Ziel war dabei auch der Erhalt der umweltrelevanten Funktionen, wie etwa Naherholung oder bestehende Wegebeziehungen. Dabei wurden drei Varianten identifiziert, die anhand der Bewertungskriterien „Verkehr und Technik“, „Mensch, Raum und Natur“ sowie “Kosten” gegenübergestellt wurden. Varianten, die nicht weiterverfolgt wurden, wiesen in der Gesamtbetrachtung deutliche Nachteile auf, etwa durch höhere Kosten, längere Bauzeiten, Eingriffe in das Sammelgerinne oder aus naturschutzfachlicher oder hydrologischer Sicht ungünstige Bewertungen. 

 

Die gewählte Trassenführung stellte sich im Abwägungsprozess als bestgeeignete Lösung dar.

Im Zuge der Bauarbeiten wird es erforderlich sein, eine der drei dammbegleitenden Baumreihen zu entfernen. Diese Maßnahme erfolgt mit großer Sorgfalt und unter Berücksichtigung gestalterischer Aspekte. Die entfallene Baumreihe wird im Anschluss entlang der südlichsten bestehenden Reihe landschaftsplanerisch ergänzt. Um den Baumbestand möglichst zeitnah wiederherzustellen, ist vorgesehen, die Ersatzpflanzungen frühzeitig durchzuführen. Darüber hinaus wird geprüft, inwiefern zusätzliche Bepflanzungen zur weiteren Aufwertung des Grünraums beitragen können. Die Schiene OÖ steht diesbezüglich bereits in engem und konstruktivem Austausch mit den zuständigen Fachabteilungen des Magistrats Linz. 

 

Die zusätzlich untersuchten Varianten hätten ebenfalls Eingriffe in die naturräumliche Umgebung erfordert. Eine Verbreiterung des Hochwasserschutzdammes auf der Nordseite der Dammkrone hätte ebenso zur Folge, dass aufgrund der Verlegung des Schmutzwasserkanals eine Baumreihe entfernt werden müsste. Eine weitere, nördlich parallel zur Autobahn gelegene Variante hätte den Baumbestand unberührt gelassen, aber erhebliche Eingriffe in das ökologisch wertvolle Sammelgerinne und dessen Umgebung vorausgesetzt.

Die Regional-Stadtbahn Linz wird zukünftig zweigleisig über den Hochwasserschutzdamm geführt. Ein ungesichertes Überqueren der Gleise wird durch gestalterische Maßnahmen verhindert. Eine Hecke wird die Gleisanlage zukünftig vom begleitenden Dammkronenweg trennen. Die Erreichbarkeit benachbarter Wohngebiete und des Begleitweges am Diesenleitenbach wird durch mehrere Unterführungen sichergestellt. Die Wegebeziehungen werden dadurch optimiert und vor allem für mobilitätseingeschränkte Menschen weniger beschwerlich als im Bestand.

Im Rahmen der notwendigen Baumaßnahmen sollen auch Optimierungen der Wegebeziehungen entlang der bestehenden Baumreihen umgesetzt werden, wodurch die Wege nicht nur erhalten bleiben, sondern die Rad- und Gehwege eine neue, höhere Qualität erhalten. Auch der Dammkronenweg bleibt erhalten und wird neugestaltet. Zudem werden die Wege mit Bepflanzung, Bäumen, Aufenthalts- und Freizeitbereichen sowie Beleuchtung neugestaltet und deren Qualität dadurch deutlich verbessert. Wegebeziehungen und Freizeitnutzung werden daher nicht verschlechtert, sondern verbessert.

Der Hochwasserschutz wird in gewohnter, bewährter und vorgeschriebener Form durchgehend sichergestellt, sowohl während der Bauphase als auch im Betrieb. 

 

Neue Unterführungen für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sind selbstverständlich gegen Hochwasser gesichert. Im Rahmen der Baumaßnahmen wird der bestehende Hochwasserschutzdamm zusätzlich verstärkt.

Im Rahmen der Entscheidungsfindung fanden vielschichtige naturkundliche Untersuchungen statt, um die lokale Flora und Fauna zu kartieren. Die Ergebnisse aus der Erhebung der örtlichen Tier- und Pflanzenarten sind direkt in die Bewertung der Trassenvarianten-Untersuchungen eingeflossen. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass ausgewogene Lösungen unter Berücksichtigung naturräumlicher, verkehrlicher, technischer und wirtschaftlicher Aspekte erarbeitet wurden. Die Aspekte Landschafts- und Ortsbild wurden im Rahmen der Grundlagendatenerhebung ebenso erfasst und anhand der Kriterien Vielfalt und Eigenart bewertet. Ebenso wurde der Erholungswert der Landschaft beurteilt. 

Bei der Erhebung der Grundlagendaten von Tier- und Pflanzenarten bediente man sich der gängigen Standards (z.B. RVS der Österreichischen Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr). 

Entlang der Stadtbahntrasse finden sich verschiedene Lebensräume, die im Rahmen einer vegetationskundlichen Erhebung erfasst wurden. Diese Lebensräume bieten unterschiedlichen Tierarten geeignete Habitate. In einer Vorauswahl wurden folgende Artengruppen als relevant für das Projektgebiet definiert und in der Folge fanden für diese Tiergruppen im Jahr 2023 umfangreiche systematische Erhebungen durch diverse Fachexperten statt: 

  • Vögel
  • Amphibien
  • Reptilien
  • Fledermäuse
  • Säugetiere (Haselmaus)
  • Heuschrecken, Libellen und Tagfalter
  • Gewässerökologie 

Ergänzt wurden diese Freilanddaten durch Datenbankauswertungen (z.B. BirdLife) und Literaturrecherche. Zufallsfunde weiterer naturschutzfachlich wichtiger Arten wurden ebenso dokumentiert. Aus ökologischer Sicht sind die Abschnitte entlang des Donaudammes zwischen der A7-Brücke und Furth sowie der Abschnitt zwischen der Julius-Raab-Straße und Auhof besonders interessant. Hierbei handelt es sich um naturnahe Bereiche im städtischen Umfeld. Diese sind diversen Vorbelastungen wie Lärm, Freizeit- und Erholungsnutzungen oder landwirtschaftlicher Nutzung ausgesetzt. 

Entlang des Urfahraner Sammelgerinnes befinden sich offene Böschungsbereiche und Heckenzüge und Gebüschgruppen, welche zahlreichen Vögeln als Brut- und Nahrungshabitat dienen. In diesem Bereich wurden die Rote-Liste-Arten Fitis, Girlitz, Schilfrohrsänger und Neuntöter nachgewiesen. Auch für Reptilien bieten die besonnten Böschungen mit den vorhandenen Strukturen geeignete Nischen. Insbesondere das Vorkommen der gefährdeten Würfelnatter sowie der geschützten Blindschleiche, Ringelnatter und Zauneidechse ist erwähnenswert. Auch für Fledermäuse bildet der Korridor entlang des Urfahraner Sammelgerinnes eine wichtige Struktur bei der Jagd nach Insekten und zum Trinken. Mit dem Biber kommt eine weitere rechtlich geschützte Art vor. Insekten finden entlang des Gerinnes und den Uferbereichen sowie auf den angrenzenden Böschungen vielfältige Lebensräume. Dies konnte mit dem Nachweis gefährdeter und geschützter Libellen und Schmetterlingsarten bestätigt werden.

 

Mit der beschlossenen Trassenführung (Dammzulegung südseitig) werden diese schützenswerten Lebensräume geschont und bleiben weiterhin erhalten.